19.Juni 2023
m: Ein altes Zollhaus zum Hotel umzubauen ist eigentlich eine super Idee. Und die Umsetzung eigentlich auch ganz originell. Doch leider waren die Zimmer extrem klein und der Güterverkehr über die große Klapperbrücke ultralaut.
Der Morgen grau in grau, aber nicht kalt. Eigentlich ideales Radfahrwetter. Allein, welche Route es heute sein sollte, darüber waren sich die Teilnehmer;innen der Reisegesellschaft keineswegs einig. Klar, es ist immer schöner am Meer entlang zu radeln, in der Hoffnung auf Robbenbabys zu treffen.
N U R Küstenverläufe haben so ihre Tücken, soll heißen sie können eine Tagesetappe ganz schön in die Länge ziehen. Der Pragmatiker sagt, schöne gerade Strecke, etwas im Hinterland, 61 km. Wäre doch nach den vergangenen Tagen eine etwas entspanntere Angelegenheit. "Aber was ist mit den Robbenbabys???!!!" "Man kann halt nicht alles haben" "Aber was ist mit den Robbenbabys??!!" "Schaumamal!!" Die Stimmung in der Reisegesellschaft sehr durchwachsen!
Bis Bredstedt nehmen wir den Radweg etwas weg von der Küstenlinie.
EIN TRAUM! Ganz ehrlich heute war ideal, den ganzen Tag nur sehr kräftiger Rückenwind, mal 5:00 Uhr mal 7:00 Uhr. Der Tacho geht selten unter 20 km/h. Wir fliegen nur so dahin.
In Breklum gebe ich mich geschlagen, also gut wir fahren rüber an die Küste auf der Suche nach dem Eurovelo 1, dem Nordseeradweg. Mit etwas Glück finden wir ihn. Und ich muss ehrlich zugeben, es hat sich gelohnt (auch wenn, mein kleines "Vernunftteufelchen" im Hinterkopf ständig, "Das werden garantiert 80 km heute, ich schwöre, das werden 80 km, glaub´s einfach 80 km!!! - Aber ich habe nichts gesagt!)
Etwa bei der Hamburger Hallig geht es auf den Radweg links vom Deich. Und der Rückenwind bleibt uns treu. Noch ist Ebbe, aber langsam kommt das Wasser zurück. Also wieder nichts mit Baden, Friederike! Aber dafür jede Menge Schafe, Austernfischer, Gänse, Lachmöven, Kiebitze, Schwalben...
Aber den Teil überlasse ich Friederike! Sie hat sicher die schöneren Fotos gemacht.
Ich fand die unglaublich vielen Windräder mindestens genauso spannend. Und es wird weiter heftig ausgebaut.
Wenn man die Rotoren am Boden liegen sieht erahnt man erst wie riesig die sind. Ob am Reußenkoog oder am Marienkoog, die Windräder stehen dicht an den Häusern (zugegeben, es sind nur äußerst wenige). Ich habe den Eindruck, dass die Beteiligung der Bürger an den Stromerträgen die Akzeptanz erheblich erhöht hat. "Bürgerumspannwerk Reußenkoog" steht an einer recht beachtlichen Anlage.
Und auch der Ausbau der Fernleitungen scheint zügig voran zu gehen.
Eins noch,- ich greife vor - als wir vorhin über die dänische Grenze kamen, wie abgeschnitten. Nicht eine einzige Windkraftanlage. Man konnte den Grenzverlauf anhand der Windräder deutlich sehen,
Aber jetzt Du, Friederike!
f: Diese Strecke war fantastisch, die schönste bisher und der sogenannte Umweg hat sich voll gelohnt. Immerhin sind wir heute 81 km gefahren, aber alles mit Rückenwind und guter Straße.
Nun aber mal zur Erklärung was es mit den Robbenbabys auf sich hat.
Das ist eigentlich der "Robbenbabyfaktor"- ein anderer Faktor ist "Schleusentore", das sind Pluspunkte für die Dinge, die man auf der Radtour sieht. "Faktor:Robbenbaby" steht für Schönes, also Tiere, Blumen, Bächlein, Hügel und schöne Landschaft oder auch Robbenbabys. Faktor "Schleusentore" steht für Interessantes aus Technik und Geschichte wie Industriedenkmäler, Mühlenräder, Traktorenmuseen und eben Schleusentore, oder Windräder und Strommasten.
Und heute hatte die Strecke 5 Robbenbabys und offensichtlich - siehe Mannes Text- auch 5 Schleusentore, das ist sehr selten.
Hier ein paar Fotos:
Zuerst war das Wasser ganz weit weg und dann konnten wir im Laufe des Vorbeiradelns beobachten, wie die Wiesen immer feuchter wurden, wie das Wasser langsam von unten her durchsickerte.
Dass ich nicht ins Wasser kam, war zu erwarten, denn ich hab den Tidenkalender verstanden. Auch andere mussten noch auf die Flut warten, schon sehr lange offensichtlich, denn bei der grünen Dame kriecht schon eine kleine Schnecke übers Gesicht.
Dann, juhee, kommen wir an die dänische Grenze
und ein heftiger Regenguß empfängt uns auf den letzten Kilometern vor Tonder. Tonder ist ein kleines verschlafenes Städtchen, nett, mit alten Fachwerkhäusern und ein paar netten Kneipen.





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