Mittwoch, 12. Juli 2023

28. Tag: Von Maribo nach Johannisdorf

 12.Juli 2023

die Karte

Frieda

Heute war ein sehr abwechsungsreicher Radtag: In der Nacht hat es heftig gewittert, und wir mussten morgens im Regen in voller Montur losfahren. 20 km bis zur Fähre nach Rødbyhavn, die Lastwagen sind nur so an uns vorbeigebrettert und haben uns zusätzlich nass gespritzt. Dann eine ruhige Überfahrt nach Puttgarden


Aber die Regenwolken werden uns bis in den Nachmittag hinein begleiten.

Fehrmarn ist unsere letzte Insel, eine kleine Insel, bald schon sind wir auf der anderen Seite. Und über den Fehmarnsund geht es mit einer großen Brücke, die Strecke ist ca 2,5 km, überm Wasser sind 1,5 km. Und die haben es in sich, der Seitenwind bläst uns fast weg. 



Da gibts doch eine lustige Geschichte von W. und H. aus Tübingen, die mit den Klapprädern versucht haben, auf die Île de Ré zu fahren. Sie habens grad so geschafft, anscheindend sind ie Räder immer wieder fast zusammengeklappt. Klappräder eben.
Also das wäre heute am Fehmarnsund definitv nicht gut ausgegangen.

Zunehmend sind mehr Radgruppen und Fernradler unterwegs, auch Quads mit hochgetürmtem Radlergepäck und ein Reparaturservice für E-Bikes ist uns schon begegnet. Und die Autofahrer sind nicht mehr ganz so zuverlässig wohlwollend wie in Dänemark. Man konnte sich dort wirklich darauf verlassen, dass ein Linksabbieger wartet, dass in den Kreisverkehren immer erst die Fahrräder kreisen, dass Ampelregelungen so sind, dass Radfahrer gut über die Kreuzung kommen.



Unser "Landhotel Teichwiesenhof" liegt traumhaft schön, mitten im Nirgendwo in Ost-Holstein. Es liegt so abgelegen, dass wir nicht einmal ein Restaurant oder einen Supermarkt in der Nähe haben. Aber einen Pizza-Lieferdienst! und so konnten wir ganz gemütlich speisen. Auch andere Hotelgäste hatten wohl gleichzeitg bestellt- diese Pizzeria ist die enzige im ganzen Umkreis- so dass der Pizzamann mit einem Kofferraum voller Warmhalteboxen angefahren kam.


Die Gäste haben sich auf verschiedenen Sitzmöglichkeiten im Gelände verteilt.


Und die Kuh schaute zu.




Und jetzt du, Manne

(m). Im Prinzip gibt es heute nicht viel mehr zu ergänzen. 3x volle Regenmontur, 3x wieder ausgezogen. 250m Rückernwind, 35 km kräftiger Seitenwind und 30 km Gegenwind. Die hohe Kunst des Fahrens an Regentagen beteht im Wesentlichen darin, den richtigen Augenblick zu erwischen, wann man in die Regensachen steigen muss. Pladdert es schon und ist kein Baum in der Nähe, dann ist man unter dem Outfit schon richtig nass. Dann beginnt das "Garen im eigenen Saft", dann schwitzt man sich unter dem ganzen Plastik einen ab. Steigt man zu früh um, dann hört der Regen gleich wieder auf.  Einen kräftigen Regenschauer haben wir taktisch klug in einer Bushaltestelle mit der Mittagspause verbunden und haben uns von einem gar nicht so älteren Herrn seine Krankengeschichte erzählen lassen. Das hat die Mittagspause erheblich verkürzt.

Burg auf Fehmarn lag auch auf dem Weg. Hier wird den Touristen was geboten. Und es ist Hauptsaison. Diese Woche ist "Weinfest auf Fehmarn" -geht´s noch! Wie wäre es wenn wir in Gaienhofen die Matjeswochen ausrufen und die Stintkönigin krönen. Aber Burg war rappenvoll, wir sind kaum durch die Fußgängerzone gekommen. Aber andererseits muss man die hiesigen Tourismusvereine verstehen: nur am Strand rumliegen und sich rösten lassen ist an der Ostsee eher weniger angesagt. Da muss man den Urlaubsgästen schon was bieten. Und darin scheint Burg auf Fehmarn nicht schlecht zu sein. Siloklettern, Indoor-Go-Kart,Schmetterlingspark, U-Boot-Museum, Escaperoom und  Dunkelraum-Experiment....


Nach Burg ging es längere Zeit windgeschützt nach oben. Für mich sieht das nach einer alten Bahntrasse aus. Habe aber keinen Hinweis darauf gefunden. 

So langsam kam heute trotz des heftigen Gegenwindes schon so etwas wie eine milde Form der Wehmut auf. Noch 2 Etappen, dann ist der kleine Ostseekringel geschlossen (der große wäre die Ostseeumrundung, die wäre über 4.000km und derzeit  leider undenkbar). Zum resümieren ist es noch zu früh. Aber als wir heute vom Pizza-Liefer-service einen leckeren frischen Salat mitgeliefert bekommen haben, da wurde uns einmal mehr deutlich, dass die Reise in die nördliche Gefilde nicht zu den kulinarischen Highlights der letzten Jahre gehörte. Nicht so schlimm wie England, aber richtig lecker Essen gab es nur selten. Sehr häufig Convienence-Produkte, die Mikrowelle und die Friteuse waren oft die wichtigsten Küchenuntensilien.  

Und wäre der Servicebereich in Dänemark nicht so umständlich organisiert, dann würde es noch mehr auffallen, dass wirklich gekochtes Essen nicht so schnell auf dem Tisch stehen kann. Beilagensalat gab es bis auf gestern, beim Syrer-Italiener auf der ganzen Reise nicht. Ist das etwas "typisch Deutsches" - der Salat zum Essen?

Obwohl wir in Schweden nicht so oft gegessen habe wie in Dänemark, werden in der Endabrechnung die beiden ersten Plätze von schwedischen Gerichten eingenommen werden. Der Fisch in Frillesass, einfach großartig und, Ihr werdet lachen "Köttbullar mit Kartoffelbrei" in Göteborg.

Aber, wie gesagt, noch haben wir 2 Tage vor uns. Für Endabrechnugen ist es noch zu früh.

Wir sehen uns  Morgen!


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Eine kleine Schlussbetrachtung

 Frieda) Also dass es zuhause doch am schönsten ist, kann ich nur bestätigen. Vor allem dann, wenn man weg war, und wenn man soooo lange weg...