Donnerstag, 13. Juli 2023

29. Tag: Von Johannisdorf nach Reinfeld

 13.Juli 2023

die Karte


"Trägt der Niesee Silberlocken
hauts den Matjes von den Socken"

Dieses surrealistische Gedicht hing am Binnensee in Neustadt und fasst unseren heutigen Tag ganz gut zusammen.


Bei strahlendem Sonnenschein haben wir die Teichwiesen von Johannisdorf (84 Einwohner) verlassen. Doch uns war klar, dieser Tag wird ein nasser sein (das ist kein Zitat von Xavier N.). Für 15:00 sind Gewitter angesagt.
Und schon in Neustadt/Holstein, schieben sich dunkle Wolken durchs Bild.
Doch dann, zu Friederikes Entzücken, an der Ostsee kommt die Sonne durch.
Badezeit.

Das letzte Bad in der Ostsee auf dieser Reise. "Jetzt noch ein Heringsbrötchen und das Glück ist perfekt!" So kenne ich Friederike "Alles und bitte subito!"


Heringsbrötchen und Eiskaffe? Keine Sorge, Friederike ist nicht schwanger! Der Eiskaffee ist von mir. Das letzte Heringsbrötchen (Smörebrötchen) mit Zimtgeschmack hat mich traumatisiert.
Vor dem Heringsbrötchenlokal eine Riesenbaustelle, viel Staub, der Heringsbrötchenwirt ist nicht begeistert. Hier wird eine neue Seebrücke gebaut. Überall bauen sie neue Seebrücken, auch am Timmendorferstrand.


"Seebrücken?" Wir schauen uns etwas ratlos an. "Die Seebrücken brauchen wir hier, damit die Touristen am Abend hinaus auf die Ostsee spazieren und die Abendsonne genießen können - und danach ein Heringsbrötchen essen. Und ab und zu legt da auch ein Bäderschiff an, das die Küste entlang fährt. Aber das fährt derzeit nicht."
Die berühmten Ostseebäder bei Lübeck sind erstaunlich wenig belebt. Zumindest sind alle Strandkörbe leer.


Am Timmendorferstrand verlassen wir die Ostsee und der ungemütlichere Teil des Tages beginnt. Friederike, your turn!
-Halt! Eine kleine Anmerkung noch, die Friederike sicher nicht für erwähnenswert hält. Kurz vor Reinfeld sehe ich etwas Aussergewöhnliches.


Was ist das? Stromleitungen über der Autobahn? Habe ich natürlich nachgeschlagen!
Tatsächlich ist hier auf der A1 eine Teststrecke von Reinfeld Richtung Lübeck 3,5km.  Die Betreibergesellschaft beschreibt das so:

"Während der Lkw nun also mit der Oberleitung verbunden ist, fährt er mit Hilfe seines Elektromotors und lädt zugleich seine Batterie auf. Sobald er die Teststrecke verlässt, könnte er mit der in der Batterie gespeicherten Energie weiterfahren. Da die Batteriekapazität mit bislang zehn Kilometern Reichweite noch sehr gering ist, schaltet Gramkow zurück auf Dieselantrieb. „Die nächste Lkw-Generation soll über eine Reichweite von 70 Kilometern verfügen“, sagt der Lkw-Fahrer. Aber auch die reichen längst nicht für den rein elektrischen Pendelbetrieb zwischen Reinfeld und Lübeck. „Die Teststrecke müsste etwa 20 Kilometer lang sein, damit der Akku über die Oberleitung jeweils genügend Strom tanken kann".

Fand ich jetzt wirklich interessant.

Aber jetzt wirklich Du, Friederike!

frieda) Ja der Abschied von der Ostsee ist mir tatsächlich schwer gefallen. Wenn's schönes Wetter ist, ist das hier wunderschön.

Danach war die Radstrecke nicht so toll, immer entlang von großen Straßen, über Autobahnbrücken, parallel zu Autobahnen, ein Höllenlärm und über uns die drohenden Regenwolken, 
mal haben wir uns bei Kick versteckt,


mal haben wir uns unter einem großen Baum umgezogen


dann wieder aus:

und letzendlich sind wir nur etwa eine Stunde im Regen gefahren, nur von aussen nass geworden, und schließlich in Reinfeld angekommen.
Hier hat's einen großen Teich, den sie in Hamburg" Reinfelder Karpfenteich" nennen, aber es ist ein richtiger See, hat sogar ein Schwimmbad und das liegt auf der gegenüberliegenden Seite unseres Abendessenscafés.

Und vielleicht, wenn's morgen schön ist, und wenn ich früh aufwache, dann geh ich hier nochmal schwimmen. Barbara und Klaus radeln uns morgen entgegen, es wird unser letzter Radtag auf dieser Tour. Heute Abend haben wir schon mal ein bisschen resümiert,war eine spannende und sehr abwechslungreiche und sehr windige Tour. 
Alles weitere kommt später, bis dann!





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Eine kleine Schlussbetrachtung

 Frieda) Also dass es zuhause doch am schönsten ist, kann ich nur bestätigen. Vor allem dann, wenn man weg war, und wenn man soooo lange weg...