Sonntag, 16. Juli 2023

32.Tag: In Reinbek

 frieda)

Der letzte Tag unserer diesjährigen Radreise war sehr entspannt und sehr gemütlich und unsere müden Oberschenkel sind schon wieder ganz munter geworden.

Morgens eine lange Walking-Runde - mit meiner ortskundigen netten Führerin!-durch das Billetal, das ist ein kleines Flüsschen, das sich dermaßen windet und mäandert, dass man dauernd meint, man wäre an einem neuen Fluß gelandet. Und durch den Sachsenwald mit den wunderschönen großen alten Bäumen, entlang von weiten Pferdekoppeln und reetgedeckten Gutshöfen. Es waren ganz wenig Pferde da und Barbara meinte, dass die wahrscheinlich im Urlaub sind. Ja, das ist kein Witz, die Leute gehen mit ihren Pferden in den Urlaub, auf einen Reiterhof und erkunden dort neue Reitmöglichkeiten. Auch das gibt's.

Hier ist noch ein Foto von gestern, der Reinbeker Wasserfall, echt kurios, macht einen Höllenkrach und schupps verschwindet das Wasser im Loch.

Und wir haben heute Nachmittag dann nochmal unsere Räder mitgenommen an das kleine Naturbad am Tonteich und tatsächlich ist auch Manne ins Wasser gegangen:

Hier der Beweis:


Dann noch ein kleiner Ausflug nach Aumühle und lecker Kaffee und Kuchen am Mühlenteich. 


Es ist ein echt schöne Gegend hier und wir werden sicher noch öfter die nette Unterkunft aufsuchen!

(m) Kaum zu glauben, dass wir hier im S-Bahn Bereich von Hamburg sind. Genau genommen natürlich in Schleswig-Holstein, Kreis Stormarn, bzw. stellenweise im Herzogtum Lauenburg. Aber hier ist alles immer noch sehr hanseatisch, sehr gediegen, sehr entspannt. Den Tonteich muss sich die Normalbevölkerung mit dem Tontaubenklub teilen. 


Hinten links das ist das Klubhaus und dahinter sind die Hockey- und Tennisfelder. Dieses Billetal und der Sachsenwald sind wirklich eine sehr schöne Überraschung.
Weniger schön ist die Überraschung, an der wunderbaren Aumühle


Heja Safari im Sachsenwald? Wie kommt olle Lettow-Vorbeck hierher? Tja, spannende Sache das! Der Sachsenwald, - in dem die Gemeinde Aumühle liegt und die  eine Teilgemeinde namens Friedrichsruh hat... na? fällt der Groschen? Richtig- gehört noch heute der Familie von Bismarck. Gleich neben unserem idyllischen Mühlenrestaurant wird das "Bismarck-Wasser" abgefüllt. 
UND am 8.Mai 1945 (!) haben die Bismarcks unter Anwesenheit der noch zur Verfügung stehenden Restelite der Nazis dieses Denkmal eingeweiht - und es wird von den Bismarcks bis heute in Ehren gehalten.
Lettow-Vorbeck, Rassist, Proto-Nazi, Anti-Demokrat, Chef der "Schutztruppe" in "Deutsch-Ostafrika" wird von den heutigen Bismarcks auf  ihrer Homepage immer noch als Gegner des Nationalsozialismus und Held gefeiert, den "seine Askaris" noch in den 50er Jahren verehrt hätten.


Das ist schlimmste Geschichtsklitterung. Paul von Lettow-Vorbeck war am Kapp-Putsch beteiligt und war bis zu seinem Tod 1970 eingefleischter Rassist und Befürworter des südafrikanischen Apartheids-Systems.
Auf meinem Foto oben kann man den Askari nicht so gut erkennen, aber dem arme "Träger" auf der rechten Seite hat jemand die Nase abgeschlagen. Nicht dem Faschisten sondern seinem Opfer! Wie soll man das wohl interpretieren??
So ist es mit den Idyllen, am wunderschönen Mühlenteich. Im verwunschenen Sachsenwald hausen nicht die bösen Hexen, sondern das Grauen des Kolonialismus und Faschismus und die  Nachfahren von deutschen Heldengestalten!
Gruselig!
Die Himbeertorte im Restaurant Waldesruh war trotzdem lecker und der Blick auf den Mühlteich, mit Schwänen, Reiher und Nutrias war ein wunderschöner Ausklang einer sehr abwechslungsreichen Reise.




Das Fazit dann Morgen in Engen - so die DB will! Drückt uns die Daumen!






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Eine kleine Schlussbetrachtung

 Frieda) Also dass es zuhause doch am schönsten ist, kann ich nur bestätigen. Vor allem dann, wenn man weg war, und wenn man soooo lange weg...