Freitag, 16. Juni 2023

1.Tag von Hamburg nach Glückstadt

 16.06.2023

die Karte

Dieser erste Radltag hatte es in sich, 76 km! puh und das mit Gegenwind-immer! und Nieselregen- manchmal.

Zuerst waren 57 Km angekündigt. Dann haben unsere "Gasteltern" vorgeschlagen, dass sie uns per S-Bahn nach Altona begleiten, dort noch einen kleiner Abstechen auf den Altonaer Balkon machen. Und wir sparen uns die nicht so schöne Strecke durch die Innenstadt. Wunderbar, da waren nur noch 53 km  angekündigt.

Dass wir uns schon am Altonaer Bahnhof verloren haben, und zwar beim Aufzugfahren, hätte uns stutzig machen sollen, heute war der Tag der Umwege, und das ging so: Zu viert mit zwei Fahrrädern kamen wir  mit der S-Bahn an, der Aufzug nach oben ist sehr klein. 

Also: Zwei Männer mit einem Fahrrad fuhren von -1 nach 0, stiegen aus und warteten. Zwei Frauen mit einem Fahrrad riefen den Aufzug wieder nach unten, stiegen ein und drückten alle Knöpfe, weil man das irgenwie nicht so richtig erkennen konnten und fuhren nach oben. Vorbei an den wartenden Männern, ganz nach oben. Die Männer sahen die Frauen entschweben und fanden es da noch eher witzig. Die Frauen versuchten wieder rungterzufahren, aber es ging nicht mehr nach 0 sondern nach +1. Das war auch gut, da war ja der Ausgang, dachten die Frauen. Tja und die Männer fuhren inzwischen eine Rampe hoch und aus dem Bahnhof hinaus. Das Frauenteam auch, aber irgendwo anders, nämlich am Busbahnhof. ... und nach mehreren Anrufen haben wir uns dann wieder gefunden.

Und zwar hier,  am Altonaer Balkon und wir haben die Aussicht auf die Elbe und all die Kräne und Schiffe sehr genossen.


Und dann kam der Abschied: vielen Dank ihr Lieben und bis in vier Wochen!



Danach gings am Hohen Elbufer entlang, 



durch die engen Gassen von Altona mit den wunderbaren alten Häusern und Häuschen, Rosen und verwunschenen Gärten.


und hinter Wedel am Damm entlang. Wir haben Schafe gesehen, mit schon recht großen Lämmern, Nilgänse und Schwalben, Möwen und Seeschwalben, haben Holunder, Rosen und Akazien gerochen, sind naß geworden und auch wieder trocken

Und immer wieder kamen wir an so eine Stelle:



Aber das wird euch Manne erzählen:

Also gut, oder auch nicht! Plötzlich, kurz vor Wedel ist der Weg gesperrt. Erdrutsch, wie wir später erfahren. Der Zaun scheint aber nicht auf ein kurzfristiges Problem hinzudeuten. UND, das ist das ärgerliche, keine Hinweisschild, kein Warnhinweis, im Gegenteil, das Radwegschild zeigt direktemang in die Sackgasse. Also weiter das steile Elbufer hinauf. Oben sehen wir schon das nächste Hindernis, das Kraftwerk bei Wedel, das bis ans Wasser reicht! Wie kommt man drumrum. Der Briefträger meint, wahrscheinlich untenrum. Der fleissige Gebäudereiniger auch. Aber keine Chance. Untenrum war nix.. Also wieder das steile Ufer hinauf und oben rum.
Inzwischen hat es sich eingeregnet. Also lieber mal eine Kaffeepause an der "Schiffsbegrüßungsanlage". Aber kein einziges Schiff will heute begrüßt werden. Oder der festangestellte "Schiffsbegrüßer" ist schon im Wochenende. Aber ehrlich gesagt, wer will schon ein paar Schuten mit Aushub aus der Fahrrinne begrüßen, die wahrscheinlich eh nicht weit unterwegs sind. 

Das Schulauer Fährhaus ist jedenfalls gut besucht. Die Stimmung ist gut und Kaffee, Kuchen und Sahne geht weg wie geschnitten Brot.
Nach Wedel wird die Route entspannt. Wenn man von dem Nieselregen absieht. Unten am Damm, zwischen den Schafen lässt es sich gut radeln. Der Gegenwind ist erträglich und mit der Zeit haben wir auch die Technik des Öffnens von Gittertoren raus, ohne dass wir mit den Satteltaschen hängen bleiben.


Wir kommen ganz gut voran. Doch dann, an der Haseldorfer Binnenelbe erwischt uns das Pech volle Breitseite. Habt Ihr schon von Sperrwerken gehört? Ich nicht.

Sperrwerke sind im Wasserbau Querbauwerke in einem Tidefluss, also einem Fluss, dessen Wasserstand aufgrund der Gezeiten stark schwankt. Diese Querbauwerke haben Öffnungen, die bei Bedarf geschlossen werden können, um das dahinter liegende Binnenland vor Überflutungen zu schützen. Wikipedia

Was weder Wikipedia, noch Komoot noch bikeline für Wert befinden zu erwähnen ist, dass diese Sperrwerke teil des Uferradwegs sind, d.h. dass man nur über die Flüsse kommt, wenn die Sperrwerke geschlossen sind. Freitag allerdings machen die Sperrwerkmitarbeiter ab 12:15 Wochenende, d.h. im Normalfall werden die Sperrwerke geöffnet, damit Schiffe raus und rein können, was wiederum heißt, dass der gemeine Radfahrer blöd vor einem Wasserarm steht und nicht weiterkommt. So ist es uns und noch 2 anderen geschehen. Einer meinte, "dann halt nicht mehr Glückstadt", war er eh schon mal und der andere ist wild am Suchen. Wir sind so baff, dass wir sogar vergessen ein Bild von dem verdammten Sperrwerk zu machen. Wir fragen uns durch und erfahren, dass jetzt nur noch die "Holzbrücke" weiterhilft. Danach dürfte man aber nicht links abbiegen, weil dann das nächste Sperrwerk kommt. 

Also das ist die "Holzbrücke" - die Fahrbahn besteht wirklich aus Holzbalken!! Also nicht nach links, denn:
"Es geht kein andrer Weg nach Glückstadt" als über Elmshorn, die berühmte Heimatstadt der Köllnflocken. ELMSHORN, das ist ein Riesenumweg! Der eine meint mindestens 30 km - was zum Glück nicht ganz stimmte, aber 18 km waren es dann doch. Und dann noch nach Glückstadt. Noch einmal 16 km. Das Radwegschild zeigt 22km an. Auf keinen Fall!!! Dann bleiben wir doch lieber auf dem Radweg neben der Bundesstraße, meist schnurgerade und immer stttreng gegen den Wind. Die Windräder drehen sich verdammt schnell.
Mit der Zeit merken das auch die Oberschenkel. Und der Hintern meinte auch, "so war das heute Vormittag nicht ausgemacht!!!" Aber wat mut dat mut! Es geht langsam auf halb Sieben zu, als wir im Hotel Anno 1617 in Glückstadt eintrudeln. 
So einen ersten Tourauftakt hat es bisher noch nicht gegeben. Ich gehe sehr stark davon aus, dass wir mit diesem Tag unsere Pechsträhne für die ganze Reise abgearbeitet haben.
Nach einer heißen Dusche und leckeren Matjes noch der Blog, mit Blick auf den idyllischen Marktplatz


Nach 22:00 wird es erst langsam dunkel. Und jetzt lasse ich es auch gut sein!
Schaut doch Morgen wieder vorbei! Hoffentlich können wir dann von einem gemütlicheren Tag an der Elbe und Nordsee berichten.

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Eine kleine Schlussbetrachtung

 Frieda) Also dass es zuhause doch am schönsten ist, kann ich nur bestätigen. Vor allem dann, wenn man weg war, und wenn man soooo lange weg...