29.Juni 2023
23:00 Uhr: die Partymeile in der Jungfer Ane Straße nimmt Fahrt auf. Schrilles Lachen geht "durch Mark und Bein". Schlecht geölte - oder zu viel geølte Jungmännerchöre brüllen sich die Stimme aus dem Leib, ich glaube sie meinen, dass sie singen. Ok! Die Fenster können nicht offen bleiben.
1:30 Uhr: Im Zimmer ist es stickig. Also Fenster wieder auf. Der Lärmpegel ist nur mäßig geringer. Ein begnadeter Pfeifvirituose pfeift lautstark die "Ode an die Freude" in Dauerschleife. Nicht schlecht aber eindeutig zu laut. Das Gelächter schwillt an und wieder ab. Also Fenster wieder zu.
6:30 Uhr: Im Zimmer ist es stickig. Also Fenster wieder auf. Jetzt ist die Zeit der Reinigungsmaschinen mit der Lautstärke eines landenden Jumbojets.
Dummerweise ist genau gegenüber von uns ein 7/11. Die eingeschworene Schluckergemeinde Aalborgs trifft sich hier an der Ecke ein, um nicht zu verpassen, wenn der 7/11 um 7:00 Uhr wieder aufmacht. Unglaublich, dass es Menschen gibt, die nach einer durchgemachten Nacht noch weiter saufen wollen. Ein osteuropäischer Mann hat offensichtlich keine guten Erfahrungen mit Frauen gemacht und brüllt in einem fort mit sich über schlagender Stimme "curva"!
Also noch einmal Fenster zu.
Wir haben uns gefragt, wie es sein kann, dass an einem ganz normalen Mittwochabend so viele junge Menschen das Bedürfnis haben, sich die Kante zu geben. Zuerst dachten wir, vielleicht gibt es eine Fährverbindung nach Schweden. Einmal besoffen hin und zurück, im Sonderangebot. Dem ist aber nicht so. Zumindest haben wir keine Fährverbindung gefunden.
Aber vielleicht hätte ich besser vorher mal genauer im Internet nachgeschaut. Aalborg ist das LLoret del Mar des Nordens:
"Größte Partystaße Skandinaviens
Mit ihren 150 Metern ist Jomfru Ane Gade die grösste Party- oder Kneipenstrasse in Skandinavien. Das zeigt sich auch in der grossen Auswahl von Diskos, Bars und Kneipen. Manchmal gibt es auch Stand-Up, Livemusik und Mottoparties. Kurz gesagt gibt es für jeden etwas. Und wissen Sie noch nicht was Sie wollen, dann machen Sie sich keine Sorgen – in der Regel ist der Eintritt frei und Sie können einfach alle Orte ausprobieren."
Es hat in der Nacht geregnet. Die Wolken hängen knappt über den Hügeln und dem Fjord.
Nein, das ist keine künstlerische Schwarz-Weiß-Aufnahme. Der Morgen war heute schwarzweiß und es nieselte.
Aber zum Glück ist es nicht kalt und es kommt heute kein heftigter Anstieg, um aus dem Fjord herauszukommen.
UND!!! Wir haben Rückenwind. Nicht heftig, aber 10 km/h von hinten helfen - sehr! Unsere noch etwas von den beiden Vortagen geschundenen Oberschenkel wissen es zu danken! Wir fliegen wieder einmal dahin.
UND!! Das heute Streckenprofil ist sehr "häbig" - wie der Schwabe sagt, - "gut zu haben"! Von Friederike kein Wort des Protest, dass wir wieder einmal auf dem Radweg an der Bundesstraße 180 entlangrasen. Der "Ochsenweg" hat uns praktisch durch ganz Jütland begleitet - oder besser wir ihn.
Das Wasser war sehr sauber, keine einzige Qualle und sehr kalt. Herrlich. Und dann kam sogar ein bisschen die Sonne heraus, was will man mehr.






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