Sonntag, 2. Juli 2023

18.Tag: Von Göteborg nach Frillesberg

 2.Juni 2023

die Karte


Frieda) Heute war wieder ein Sturmtag, Gegenwind, ganz kurzer Regenschauer, heftige Sturmböen von der Seite oder von vorne. Trotzdem haben wir unsere knapp 60 km geschafft...und sind jetzt auch geschafft.

 Um so mehr haben wir uns über dieses hübsche schwedische "Pensionats"-Zimmer gefreut:


Heute morgen sind wir früh los, schon um 9 Uhr waren wir auf der Straße, denn es war für den ganzen Tag Regen angesagt. Aber es lief erstaunlich gut, vor allem die ersten 30 km bis zur Elf-Uhr-Banane in Kungsbåcka.  Die Strecke war hügelig, viel Wald und Wiesen, Kiefern und kleine rote Holzhäuser


Ein Straßenschild lockt uns nach Han Hals, da steht ein alter Holzglockenturm, der wohl noch in Funktion ist (so erklärt uns eine nette junge Mama mit Kinderwagen) die neue Kirche mit Friedhof steht ca 50 m davor. 


Und genau da kam der Regenguß und wir konnten uns gemütlich in unsere Plastikhüllen verpacken.



aber kurz darauf war der Himmel schon wieder blau und die Wolken sind nur so über den Himmel geflogen:


Jetzt ist der Manne dran: 


(m) Also gut! Ich bin heute Morgen sehr früh aufgewacht. Die Sturm- und Regenwarnungen für die nächsten Tage haben mich umgetrieben.


Die Regentropfen  trommeln sich die  auf dem Blech vor dem Fenster in meine Träume. 
Beim Packen kommen die Regensachen auf jeden Fall ganz nach oben. Aber dann ist es zum Glück doch nicht so schlimm gekommen, wie befürchtet - was den Regen betrifft. Die Sturmböen waren teilweise jedoch deutlich heftiger als bei Aarhus. Bis zu 65-70 km/h sagt die Wetterapp.
Während mich die Böen immer wieder gezielt von der Straße fegen wollen, bekomme ich so langsam ein Gefühl für dieses Land. Irgendwie passen die "rauen Gesellen" und ihre nicht minder erdverbundenen Wikingerfrauen von gestern hierher. Haben wir noch garnicht erzählt:
 Unser Hotel hatte im Untergeschoss eine seehr coole Bar. Mit dem Aufzug vom Zimmer, ganz nach unten zum "Bishop´s Arms". Absolut witzig eingerichtet und voll mit richtigen "Wikingern" - mit langen Bärten, z.T. mit Perlen verziert, der Barkeeper im Rock und einer endlos langen Batterie von Zapfhähnen  vor sich- von wegen, der Schwede kommt nicht an normales Bier und Hochprozentiges. Klar, es ist schon teurer als in Dänemark, aber das schien gestern Abend niemand zu stören. Sie haben Karten gespielt und aus sehr großen Bierkrügen getrunken und sich köstlich amüsiert und wir uns mit ihnen.
 Und auch der richtige  Köttbullar mit brauner Soße und Kartoffelbrei (nicht die Pseudokugeln von IKEA) den wir an den Markthallen gegessen haben, ist genau das Richtige für dieses Klima.


 Das Preisselbeergelee passte recht gut dazu.
Wenn ich unsere 3 Mahlzeiten bisher in Schweden mit Dänemark vergleiche, dann habe ich den Eindruck, dass hier nicht unbedingt raffinierter, aber wenigstens richtig gekocht wird. In Dänemark hatte ich bei all den internationalen Einheitsgerichten manchmal eher den Eindruck, dass einmal die Woche der "Bofrost" Lieferant vorbeikommt. Auch nicht schlecht, aber nicht besonders inspiriert. Hier im "Pensionat Frillesberg" gab es heute richtig guten gedünsteten Fisch, frisch, mit neuen Kartoffeln Dill und weißer Soße,alles beste Zutaten, wie zu Hause, extrem lecker und auch der Rhabarberkuchen zum Kaffee war selbstgemacht.
Vor den Fenstern biegen sich die Bäume im Sturm. An einem Apfelbaum sind winzige Äpfel, dass die sich an den Ästen halten können, ein Wunder. Und auch die Kirschen im Garten daneben nicht größer wie der Fingernagel meines kleinen Fingers. Wer hier überleben will muss sich entweder klein machen oder um die Hüfte genügend Gewicht haben, um nicht weggeweht zu werden.
Aber jetzt soll es gut sein mit der Sturmprosa.


Ein Bild noch! Den Kitesurfern hat es immer noch gefallen. Obwohl an dieser Stelle gerade ein Regenschauer quer über den Radweg pfiff.
Drückt uns die Daumen, dass der Sturm über Nacht ein wenig nachlässt. Wir sehen uns Morgen.
 








1 Kommentar:

Eine kleine Schlussbetrachtung

 Frieda) Also dass es zuhause doch am schönsten ist, kann ich nur bestätigen. Vor allem dann, wenn man weg war, und wenn man soooo lange weg...