Donnerstag, 6. Juli 2023

22.Tag von Helsingør nach København

6. Juli 2023

die Karte

Juhuu juchee, wir radeln wieder. Und was für ein perfekter Radeltag! Der Wind bläst noch ein bisschen, aber inzwischen sind wir ja abgehärtet, uns bläst so schnell nichts mehr um. Anfangs haben dunkle Wolken von Schweden her gedroht, und das Hamletschloß sah düster aus, so wie es sich gehört:




wir haben das Schloß umradelt und sind dann weitergefahren.

Und dann wurde es richtig schön, die Sonne kam raus, wechselte sich mit Wolken ab und wir fuhren immer entlang vom Meer. Die Kormorane trocknen schon ihre Gefieder:




Plötzlich kommt uns auf der Straße eine Frau im Bademantel und Handtuch entgegen, die war schwimmen! Und hier sind Badestege:



Aber noch ist's sehr früh für einen Stopp, die Frau im Bademantel geht sicher jetzt erstmal warm duschen und dann Tee trinken.

Aber dann wird's wärmer und es ist Zeit für die Elf-Uhr-Banane und da gibt es den perfekten Badeplatz:



Es war saukalt und Manne hat ein fieses Foto von mir gemacht, das er unbedingt einstellen will. Aber ich war drin und dann war es herrlich.
Als ich schon wieder auf dem Bänkle saß kam ein Paar- sie im Bademantel!!!- und wir haben ein bisschen geredet. Sie baden hier jeden Tag, auch im Winter, dann schieben sie das Eis auf die Seite.- Rita, hast du gehört!- und davor machen sie ein bisschen Sport, und danach trinken sie einen warmen Tee. Wowww was für ein tolles Leben!

Als nächstes ist mir endlich ein Robbenbaby begegnet:


Beim weiterfahren wurden wir von vier Mädchen angehalten, die uns Kirschen verkaufen wollten. Die Größere konnte schon ganz gut englisch. 



10 Kirschen für 5 Kronen! ( ca. 70 cent)


Und dann lud uns ganz überraschend Karen Blixen in ihr Haus:


Aber das darf der Manne erzählen:

(m) Also "ein bisschen Wind" ist dann doch etwas euphemistisch. Aber wenn die Strecke stimmt, man den dunklen Wolken immer gerade so entkommt und es was zu sehen gibt, dann sind 50 km schnell runtergeratzt. Immerhin gab es keine Orkanböen mehr, sondern ganz normalen stetigen Westwind - 20-40 km/h
Kurz noch mal zurück nach Schloss Kronburg oder dänisch Kronborg Slot. Nachdem wir gestern den Kärnan angeschaut hatten, ist hier das Gegenstück.  Mit diesen beiden Burgen beherrschten die Dänen den nur 4 km breiten Öresund und konnten Zölle verlangen- natürlich nur für nicht-dänische Schiffe.

Heute spielen Zölle im kleinen Grenzverkehr zwar immer noch eine gewisse Rolle, aber da geht es hauptsächlich um  die Versorgung der notleidenden Bevölkerung Schwedens mit Algohol


Die Geschichte mit Hamlet, ist ein bisschen so wie der Balkon von Julia in Verona. Zum einen hat Shakespeare die Geschichte eines jütländischen Prinzen nach Hälsingør verlagert, zum anderen ist von dem Schloss aus Shakespeares Zeit nichts mehr übrig geblieben, da Kronborg 1629 komplett abgebrannt ist. Unschwer zu erkennen, dass die heutige Burg ein sehr schöner Renaissancebau ist.
Ein Schmankerl von heute Morgen sei Euch nicht vorenthalten.


Der "kleine Seejungmann" als Gegenstück zu Kopenhagen ist ein netter Gag. Leider nicht besonders gelungen. Hätten der (mir unbekannte) Künstler mal besser Hans Christian Andersen gelesen, dann wäre ihm vielleicht etwas originelleres genderwise eingefallen. Aber ein bisschen lustig ist der Jungmann schon.

Zu Friederikes Darstellung ihres heroischen Badeerlebnisses muss ich allerdings eine kleine Korrektur anbringen.


So ist sie gestartet. Frohgemut und siegesgewiss


Da schwindet sie dahin, die Zuversicht


Und da musste ich Friederike erklären, wie das heute Abend im Blog aussehen würde, wenn dies das letzte Foto von ihrem Badeversuch wäre. Ein Scheitern auf der ganzen Linie! Mich übel beschimpfend, dreht sie wieder um und wirft sich in die Wellen.


Manchmal steckt hinter einer mutigen Frau eben auch ein hinterhältiger Mann.

Das Karen Blixenhaus in Rungsted war wirklich eine Überraschung. Ehrlich gesagt, habe ich nicht all zu viel über sie gewusst. Schon der Vorname hat mich irritiert. Ich kannte sie bisher nur als Tanja Blixen, was wohl nur der Name für den deutschen Büchermarkt war.  Dass sie aus einer sehr wohlhabenden Familie stammte, das war mir schon klar. Aber ihre Familie, die Danesens waren schon ziemlich reich. Und dann kam noch die Blixens dazu. Mit 150.000 Kronen in der Tasche zog das junge Paar nach Kenia- und setze das meiste mit ihrer Kaffeeplantage in den Sand. Das ist die Kurzfassung. Die Langfassung habt Ihr ja eh schon gelesen, mit Lieberhaber und alledem oder es tauchen die Bilder aus dem  Film mit Robert Redford und und Meryl Streep wieder auf.
1931 kam Tanja Blixen wieder in ihr Elternhaus zurück. 
Das Blixenhaus ist sehr gut aufbereitet. Viel noch im Originalzustand.
Was mich am meisten überrascht hat, war, dass Karen/Tanja Blixen eine sehr talentierte Malerin war, die auch mit dem Studium der Bildenden Kunst begonnen hat, aber sich dann von dem "Künstlerbetrieb"  so klein gemacht gefühlt hat, dass sie abgebrochen hat. 



Sie war richtig gut! 
Die Fahrt nach Kopenhagen rein, war easy. Aber gewöhnungsbedürftig. Nach den chaotischen Schweden, für die Ampeln Hinweischarakter haben, fährt der Däne wieder sehr diszipliniert und rücksichtsvoll. Ungewohnt, aber hilfreich ist, dass man hier, wenn man vorhat abzubremsen, die linke Hand kurz anhebt. Friederike findet dieses Brauch sehr löblich, da sie schon einige Male nur knapp einen Auffahrunfall verhindern konnte, weil ich schnell mal ein Foto machen wollte.
Versprochen, Friederike, ich hebe von jetzt an immer kurz die linke Hand.
Was wir sonst noch in Kopenhagen erleben werden, könnt Ihr Morgen an gleicher Stelle lesen!





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Eine kleine Schlussbetrachtung

 Frieda) Also dass es zuhause doch am schönsten ist, kann ich nur bestätigen. Vor allem dann, wenn man weg war, und wenn man soooo lange weg...