Freitag, 7. Juli 2023

23. Tag: 2.Tag in København


Keine Karte heute. Obwohl wir 15 km Stadrundfahrt gemacht haben.

Ein wunderschöner Tag in Dänemarks Hauptstadt. Viele neue Eindrücke, bekanntes entdeckt und von Unbekanntem überrascht.


Viel habe ich über die Drachen nicht herausbekommen. Ob sie eventuelle Beschwerdeführer davon abhalten sollen, das Rathaus zu betreten, ist eher ein Gerücht.
Im Rathaus eine wirkliche Überraschung, von der ich noch nicht gehört haben. 
Olsens Präzisionsweltuhr mit weiß Gott wie vielen Funktionen. 


Jens Olsen, in Straßburg von der Weltuhr im Straßburger Münster angeregt, hat über 20 Jahre lang die Berechnungen durchgeführt und dann noch mal 20 Jahre gebraucht, bis er die Geldgeber beisammen hatte. Ich werde nicht die Funktionen aufführen, von denen manche nur im Sekundenbereich ablaufen, die längste Anzeige braucht über 25.000 Jahre für eine Umdrehung. Was immer da angezeigt wird, habe ich nicht herausbekommen. Uranus braucht, glaube ich nur so um die 80 Jahre für eine Sonnenumrundung.
Gleich am Rathausplatz die nächste schöne Überraschung. In einer Buchhandlung findet ein Konzert von 2 Vibraphonistinnen statt. Sehr progressiv. Ich dachte immer Free-Jazzer müssen schütteres Haar und lange Bärte haben. 


Hat mir gut gefallen. In Kopenhagen ist dieses Wochenende Jazz-Festival. Überall in der Stadt, von morgens bis abends Konzerte. Zum Teil umsonst und draußen, z.T. in großen Sälen. Nun ist Jazz nicht unbedingt unser Spezialgebiet. Die Namen in der dicken Broschüre haben uns wenig gesagt. Aber wir lassen uns gerne überraschen.

Zuerst geht es weiter mit der Stadterkundung. Am Dom, seitlich an der Universitätsbibliothek, ein Denkmal, gleich neben der Büste von Nils Bor.


Die Stele ist Inge Lehmann gewidmet. Ich habe den Namen noch nie gehört. Nach Sophie, der Schwester von Tycho Brahe, ist das nun schon die zweite skandinavische Wissenschaftlerin, die gegen die Borniertheit ihrer männlichen Kollegen ankämpfen musste. Inge Lehmann ist Seismographin gewesen und hat durch ihre Messungen entdeckt, dass der Erdkern fest sein muss. Was sich erst durchsetzte, als dies männliche Seismographen sagten. Dafür hat sie bedeutend länger durchgehalten, als alle Wissenschaftler die ich kenne. Mit 99 Jahren hat sie ihren letzten wissenschaftlichen Aufsatz veröffentlicht und mit 104 ist sie gestorben. Chapeau!
Und gleich um die Ecke geht es weiter mit der Astronomie. Tycho Brahes Spuren sind in Kopenhagen unübersehbar. Der Runde Turm. Auch wenn er wie ein Kirchturm aussieht und an der Dreifaltigkeitskirche steht, ist er eigentlich für Tycho Brahe, bzw. für die Förderung der Astronomie gebaut worden und ist das älteste noch funktionierende Observatorium der Welt.
Was die Massen in den Runden Turm zieht, ist allerdings etwas anderes. Im Turm muss man nicht Treppen steigen, sondern läuft bequem eine Rampe hoch.


Warum der Turm eine "Pferdetreppe" hat, habe ich nicht herausgefunden. Aber anscheinend hat ein "Karlsruher in den 20iger Jahren versucht mit dem Auto nach oben zu fahren.

Zum Schluss noch eine kleine aber notwendige Anmerkung am Rande:

Dies ist kein Gastroblog, aber heute muss es raus!
ICH HASSE Zimt!
Ob erst seit Göteborg, als ich die Hälfe einer Riesenzimtschnecke essen musste oder schon seit Vejle, als ich auf einem Smørrebrød ein Stück panierten Fisch bekam, das mit Paniermehl aus alten Zimtschnecken gemacht war. Ich dachte damals, da ist etwas beim Paniermehlhersteller schief gelaufen.
Aber heute bekam ich den endgültigen Beweise: Die Dänen spinnen! Sie haben eindeutig eine Zimtmacke!
Heute Mittag, bei der kleinen Meerjungfrau, gibt es Hering Smørrebrød. Wir denken an Matjes und freuen uns. Dann der Schock. Eingelegter Hering, ok aber wieder mit Zimt!!! Keine Spur von Fischgeschmack! Warum darf der Hering nicht nach Hering schmecken!

Das schlimme an Zimt ist, dass man ihn noch Stunden später auf den Geschmacksknospen hat. Alles, einfach Alles schmeckt nach Zimt. 
Nach dieser Reise wird Zimt aus unserer Küche verbannt!

Nie wieder Zimt!

Unsere Stadterkundung hat recht lange gedauert, damit Friederike mir nicht einschläft höre ich hier lieber auf.
HALLO, Friederike!

frieda)
ohja, bin noch wach, aber sehr sehr müde.
Das war ein toller Stadttag, hier noch ein paar Fotos:

Festungsanlage -Kastellet:



na, wer kennt sie nicht?
 

Kartenhäuser Architektur am Neuen Hafen:


Nyhavn, absolutet Touristenhotspot:


und das Highlight des Tages war das Jazzkonzert auf einem alten Schiff! Cuba Night
Mit "Cubop" und special guest Al Agami (super Rapper, zum Glück mit englischen Texten) und Rom Smagnig (Rapperin, tolle Frau!)




Musik war toll, Stimmung auch, die Sonne hat noch gescheint und das Publikum hat's nicht auf den Stühlen gehalten.

Und dann auch noch einen Sundowner am Kanal:

Gute Nacht und bis Morgen!

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Eine kleine Schlussbetrachtung

 Frieda) Also dass es zuhause doch am schönsten ist, kann ich nur bestätigen. Vor allem dann, wenn man weg war, und wenn man soooo lange weg...